Auschnitte aus meinem Buch

Einer von vielen ..


Ich bin Ralf, 45 Jahre alt, Alkohol abhängig oder besser gesagt Sucht Krank und seit … Trocken. So oder so ähnlich stellen sich Betroffene vor, die es geschafft haben. Doch bis dahin ist man wie ich: „einer von ..?..vielen“
Als ich mit 14 Jahren, an meiner Konfirmation, das erste Mal ein Glas Wein trank, hätte ich nie daran gedacht, dass ich mich etwa 30 Jahre später, in eine „Fach Klinik für qualifizierte Entgiftung begeben würde um mich dort wegen meiner Alkohol Abhängigkeit behandeln zu lassen. Aber bis dahin hatte ich wie „einer von ..?..vielen“ eine „ordentliche Sauf Karriere“ gemacht.
Diese fing am Tag meiner Konfirmation an. Es war für mich natürlich ein besonderer Tag da man von nun an gewisser Weise zum Kreis der Erwachsenen gehörte. Zumindest aus der Sicht der Kirche und der Paten, außerdem hatte man an diesem Tag einiges an Geldgeschenken zu erwarten. Zunächst aber musste der Pflichtteil in der Kirche vollbracht werden. Konfirmationsgottesdienst mit anschließendem Abendmahl, wozu damals noch Wein und Brot gereicht wurde.
War hier schon entschieden was daraufhin folgen würde?
Na ja, nach dem Gottesdienst folgte dann ein Mittagessen im Rahmen der Familie. Ich erinnere mich an; Hühnerbrühe, gemischte Braten Platte, Gemüse, Kartoffeln und Eisbombe. Zum Essen wurde Wein gereicht … das war dann wohl der Auslöser in meinem Gehirn, welcher wohl dafür sorgte das ich später Alkohol abhängig wurde.
Ich weiß heute noch das ich nach diesem Glas Wein, ich glaube doch es waren zwei Gläser, einen Schwips hatte und ich diese Wirkung lustig fand. Es war so ein Gefühl als würde man Karussell fahren. Die Wirkung hielt in etwa bis zum Kaffee trinken an und ich weiß nicht ob jemand von der Verwandtschaft bemerkt hatte, wie es mir ging. Danach verlief die Feier eigentlich ganz normal. Bei den Erwachsenen floss natürlich, zumindest bei meinen Onkeln, der Alkohol in Form von Bier und Schnaps und das bewirkte nichts anderes als das diese nach dem Abendessen auch leicht angetrunken wenn nicht sogar betrunken waren.
Das wiederum führte dazu, dass man mich in die Männerwelt aufnehmen wollte, was natürlich nur möglich war indem ich „ausnahmsweise nur mal heute“ eine Flasche Bier mit trank. Diese hatte die Wirkung, dass ich wiederum beschwipst war und den Punkt hatte welchen ich mittags bereits erlebt hatte. Auch dieses Mal ging es mir eher gut als schlecht. Danach klang die Feier langsam aus und ich ging schlafen und ich weiß heute noch, dass ich gut schlief.
Den nächsten Kontakt mit Alkohol hatte ich dann zu verschiedenen Anlässen wie Geburtstage, Weihnachten usw. aber immer nur das „berühmte Glas Wein oder Bier“ zum Essen. Das blieb auch so bis Anfang meiner Lehrzeit als Konditor.
Mein erster Tag als Konditor Lehrling begann am 1. August 1978 in einer Konditorei meiner Geburtsstadt, im Lippischen Barntrup. Dort hatte ich ein Jahr zuvor auch mein Praktikum gemacht, kannte daher schon den üblichen Tagesablauf und brauchte nicht lange eingewiesen zu werden. Ich konnte gleich nach Anweisung mit meiner Arbeit beginnen. Das war so weit auch alles in Ordnung, bis gegen Mittag dann der „Milchmann“ kam und nach alter Sitte, musste der „Stift“ natürlich erst einmal „angelernt“ werden. Das hieß Bier holen für den Meister, für den Gesellen, für den Milchmann und für den Stift. Der Milchmann gab also eine „Runde“ aus (das tat er übrigens jeden Tag!) und man trank mittags schon sein erstes Bier. An diesem Tag sollten aber noch weitere folgen, denn es wurde beschlossen nach Feierabend, so gegen 15.00 Uhr, sollte ich als „Stift“ meinen „Einstand“ geben.
Pünktlich um 15.00 Uhr kam der Milchmann in die saubere Backstube, wo ich gerade meine letzten Tätigkeiten für diesen Tag erledigte. Kurz danach erschien dann auch der Meister von seinem Mittagsschlaf und der Geselle kam auch dazu. Als erster war ich dran eine „Runde“ zu geben. Wir tranken also gemeinsam und gemütlich ein Bier zusammen. Man plauderte über alte Zeiten, so nach dem Motto „als wir noch Stift waren“ und so kam es dann das die anderen sich auch bewogen fühlten eine „Runde“ zu geben. Der Meister war zuletzt dran und wollte eigentlich damit die fröhliche Runde beenden, als dem Milchmann eine alte Tradition einfiel. Der Meister und auch der Geselle erinnerten sich daran und man beschloss diese Tradition oder das Ritual fortzuführen und dem „Stift“ die „Feuertaufe“ zu verpassen. Der Meister ging kurz aus der Backstube und kam mit einem Schnapsglas und einer Flasche wieder, mit der Aufschrift „Ratzeputz“ … es sollte fürchterlich werden … Ratzeputz = Kräuterschnaps 54 % vol. Alkohol.
Mein Meister füllte also dieses Glas und gab es mir mit den Worten: „in einem Zug austrinken, dann gehörst du zu uns.“ Ich nahm also das Glas, die vier Flaschen Bier zeigten auch schon ihre Wirkung, ein allgemeines Lächeln und eine gewisse Spannung im Raum und ich trank, schluckte und musste husten. Ich bekam Atemnot, mir wurde heiß, Schweißperlen traten mir auf die Stirn, ich konnte einige Sekunden nicht sprechen, mein Magen brannte wie Feuer und ich wusste nicht … gehst du auf die Toilette oder lässt du dir das Zeug unter Vollnarkose wieder raus holen … wie ich schon sagte, es war fürchterlich.
Um mich herum schallendes Gelächter. Nach einem Moment konnte ich zumindest einige Worte sagen und den anderen mitteilen was ich fühlte. Darauf bekam ich nur zu hören: „jetzt ein Bier trinken dann geht es dir gleich wieder besser“. Das tat ich dann auch, doch nun ging das Zeug in die Birne, ich wollte nur noch nach Hause. Mit den Worten: „bis morgen in alter Frische und ruhe dich gut aus“, wurde ich verabschiedet. Zu Hause angekommen dann das Drama. Ich erntete nur ein Kopfschütteln was mit einem Grinsen begleitet war von meiner Mutter, bevor ich es gerade noch zum Klo schaffte um all das was ich tapfer in mir rein gekippt hatte, wieder zu „entsorgen“. Ich wollte nur noch sterben und nie wieder Alkohol trinken, diesen Vorsatz hätte ich befolgen sollen „aber nein!“.

Das Jahr 1988 ging dann auch schon wieder dem Ende zu, aber da war doch noch was. Na klar, meine Ausbilderprüfung im Dezember, da hatte ich ja fast das ganze Jahr drauf hin gearbeitet. Und jetzt war es so weit, Mitte November meine schriftliche Prüfung und ich hatte mich einigermaßen vorbereitet. Ob einigermaßen reichen würde zu bestehen. Na ja, da musste ich abwarten. Zwei Wochen später, kam das Ergebnis und die Einladung zur mündlichen Prüfung. An Hand der Ergebnisse aus der schriftlichen Prüfung, konnte ich mich nun auf die mündliche Prüfung vorbereiten.

In zwei der drei Prüfungsthemen, hatte ich es bereits geschafft. Nur der dritte Teil wo es überwiegend um Arbeitsrecht ging, war noch nicht sicher. Darauf musste ich mich besonders konzentrieren.

Am Prüfungstag, den 6. Dezember hatte ich so richtig Prüfungsangst. Magenkrämpfe, zittern, nervös, Schweißausbrüche, Durst. Das musste ich bewältigen, aber wie, mit Tabletten? Die hatte ich nicht, Schnaps durfte ich nicht – oder doch?? – wenn es hilft, kann ich ja ein Fisherman-friend nehmen – dann riecht keiner was – oh man, waren das schon Entzugserscheinungen?? Ich kaufte mir einen Flachmann Wodka und trank etwa die Hälfte vor der Prüfung. Sofort wurde ich eindeutig ruhiger und mir war es dann möglich, den Prüfungssaal locker zu betreten. Ich stellte mich kurz vor und war erleichtert, als der erste Prüfer mir Fragen zu meinem Fachaufsatz stellte. Die Fragen konnte ich ihm souverän beantworten.

Nachdem ich also die erste Hürde geschafft hatte, war der Rest um einiges einfacher. Zumindest wusste ich auf alle Fragen eine Antwort. Ich ging dann ziemlich sicher aus dem Saal, dieses Gefühl kannte ich von meinen Gesellen Prüfungen. Wenn ich mir sicher war, passte auch das Ergebnis. Also wartete ich gelassen darauf bis alle Kandidaten durch waren um dann die endgültigen Ergebnisse zu erwarten. „Warten“, das war nicht so mein Ding. Der Vorsitzende Prüfer kam aus dem Saal und teilte uns mit, dass wir in ca. 1 Std. unsere Ergebnisse erfahren würden und wir in aller Ruhe in einem gegenüberliegenden Lokal zu Mittag essen könnten oder einen Kaffee trinken.

Wir waren uns einig und gingen gemeinsam ins Lokal und aßen zu Mittag. Dabei gönnten sich fast alle ein Bier. Wir beschlossen daraufhin, falls wir alle bestanden hätten uns auf ein weiteres Bier hier im Lokal zu treffen.

Endlich war es so weit, nach ziemlich genau 1 Std. wurde der erste von uns in den Saal gerufen und kam 5 Minuten später mit seinem Zeugnis wieder heraus. So ging es hintereinander weg. Ich kam als vorletzter dran und hatte dann doch wieder etwas wackelige Knie als ich den Saal betrat. Einer der Prüfer überreichte mir mein Zeugnis mit den Worten „bestanden und viel Erfolg beim Ausbilden“. Ich war überglücklich, zumal ich mich für ein Jahr als jüngster Ausbilder in Lippe bezeichnen konnte.

Ja, nun hatte ich wieder ein Ziel meiner beruflichen Laufbahn erreicht. Nun fehlte mir nur noch ein eigenes Restaurant, aber damit hatte ich ja noch Zeit, da ich mir das als Ziel bis zu meinem 30. Geburtstag gesetzt hatte.

Jetzt hieß es erst mal Hajo informieren und einen Termin für eine kleine Feier klar machen, denn das war ein Grund zum Feiern.

Ich rief also Hajo an und erzählte ihm das neuste. Er meinte sofort: „dann lass uns mal einen klar machen, was ist den Tango, wann kommst du?“. Darauf konnte ich nur antworten: „ Bin gleich da, bringe Bier mit und das Zeugnis“.

Etwas später traf ich bei Hajo ein der gleich wissen wollte:“ Wo ist das Bier, soll ich tragen helfen“? Ich sagte: „Klar, nimm die Kiste ich komme gleich nach. Ich stelle nur mein Auto zur Seite“. Es wurde ein Abend wie schon öfter, Musik, Bier, Zigaretten und es wurde mal wieder morgens bevor wir schlafen gingen.

Hiermit hake ich das Jahr 1988 ab, ein Jahr mit überwiegend freudigen Ereignissen. Für das Jahr 1989 und 1990 kann ich mich auch nicht an besondere Erlebnisse erinnern.

Gerade im Laden, er war rappelvoll, wurde mir schlecht. Ich bekam Schweißausbrüche, Herzrasen und verspürte eine Enge in der Brust … ich musste raus … raus aus dem Laden. Ich gab Marika Geld und ging so schnell ich konnte raus auf den Parkplatz, wo es mir nach kurzer Zeit besser ging.

Was war das jetzt gewesen? … alle Anzeichen deuteten auf einen Herzinfarkt hin, der kurz bevor stand. Aber es ging mir besser, also Gedanken verdrängen und wieder beruhigen. Ich ging zur Pommesbude und bestellte ein Bier, jetzt ging es mir wieder gut und ich wollte zurück in den Laden. Das blieb mir aber erspart, da Marika mir schon entgegen kam. Sie fragte mich was denn los gewesen sei und meinte ich solle doch mal zum Arzt gehen. Ich stimmte ihr zu, weil das auch mir nicht ganz geheuer war und das ich nicht haben musste.

 

Der Gedanke, dass ich eine Panik- Attacke gehabt hatte ist mir zu der Zeit natürlich nicht in den Sinn gekommen … warum auch … es sollten noch einige folgen

Ich ging zum Arzt und ließ mich gründlich untersuchen. Der konnte aber nichts Außergewöhnliches feststellen. Er fragte mich nach meinen Trinkgewohnheiten (die ich natürlich runter spielte) und meinte darauf, dass alle Werte im normalen Bereich lägen und es keinen Grund zur Sorge gäbe und einen schlechten Tag hätte jeder mal. Ich solle aber wiederkommen wenn die Symptome erneut auftreten würden.

Beruhigt ging ich nach Hause. Es war alles in Ordnung und somit gab es für mich keinen Anlass meinen Lebensstil zu ändern.

Das nächste Mal fuhr ich alleine einkaufen und bekam die gleichen Beschwerden wie das letzte Mal. Ich flüchtete aus den Laden und fuhr in einen kleineren, wo ich auch alles bekam allerdings fast das doppelte dafür bezahlte. Das war mir egal, Hauptsache war das ich es aushalten konnte und mich halbwegs wohl beim einkaufen fühlte.

Morgens ging das immer noch aber am Nachmittag … heute weiß ich woran es lag, ich war auf Entzug … mein Alkoholspiegel war im Keller. Für die Rückfahrt hatte ich dann einen Flachmann im Auto und sobald ich unruhig wurde nahm ich einen Schluck und konnte meine Fahrt ohne Probleme fortsetzen. Wie weit war ich zu dieser Zeit schon?? Ich war einwandfrei „abhängig“ das steht heute für mich fest, aber zu dieser Zeit war meine Einsicht immer noch weit ganz weit davon entfernt. Auch zu Hause musste ich mir etwas einfallen lassen um meinen Bierkonsum nicht so auffällig werden zu lassen denn Kerstin bekam das ja schon mit, wenn die Kiste Bier leer war und ich eine neue holte. Sie meinte dann schon mal das ich zu viel trinken würde. Ich erklärte ihr dann das ihr Vater ja auch einen Teil davon getrunken hätte, was sie dann auch einsah da ihr Vater fast täglich vorbeikam um seine Enkel zu besuchen. Und nicht ohne ein paar Bierchen zu zischen, wobei er erwartete das ich mit trank denn allein machte es ihm keinen Spaß. Kerstin hatte sich jedenfalls beruhigt und sah ein, dass ich nicht so viel trank. Trotz allem musste ich mir was einfallen lassen um nicht aufzufallen. Aber ein Alkoholiker ist da sehr flexibelIch fuhr dann nach der Arbeit bei meiner Mutter vorbei um dort ein wenig zu plaudern und bei der Gelegenheit konnte ich dann schon mal ein bis zwei Feierabendbiere trinken. Zu Hause dann wartete ich bis zum Abendessen wo es nie ein Thema war wenn ich dann „mein Bier“ trank. Da wir ständig oder besser gesagt oft Besuch hatten oder auch selbst eingeladen wurden, konnte ich meinen Alk-Konsum“ gut decken. Vor allem da es in unserem Umfeld sooo normal war zu.

trinken. Jeder trank mehr oder weniger und ich konnte nicht „nein“ sagen. Ich glaube heute, das ich in meinem Leben „kein Glas abgelehnt“ habe, außer wenn ich nicht mehr konnte und voll war und sonst … immer her damit. Es war so normal für mich zu trinken und es gab nicht wirklich jemanden in meinem Umfeld der Alkohol ablehnte. Ich will damit nicht sagen, dass alle tranken aber für alle war es nicht schlimm zu trinken. Sie hatten allerdings den Vorteil das sie auch mal einige Zeit alkoholfrei lebten was ich wiederum nicht tat oder besser gesagt „nicht konnte“. Zu dieser Zeit musste auch schon eine gewisse Menge Bier im Haus vorhanden sein, denn ich wäre unruhig geworden wenn das nicht so gewesen wäre.

Jetzt wo ich hier so schreibe erschrecke ich mich vor mir selbst und wundere mich, dass keiner mitbekam was mit mir los war. War denn alles so normal?? … und warum konnten die anderen damit besser umgehen wie ich?? … Klar heute weiß ich das, aber hätte es auch anders kommen können? … NEIN !! .. auch das weiß ich heute, aber ihr werdet es im Verlauf der folgenden Seiten schon noch lesen.

Ich war also unruhig wenn ich nicht „genug Bier“ im Haus hatte, also sorgte ich dafür das es nicht so weit kam. Ich hatte dann eine „Reserve-Kiste“ im Keller, na ja und wenn es ganz „eng“ wurde gab es ja noch die „gute alte Tankstelle“. Nur gut das es dieser gab sonst hätte ich manchmal echt Probleme bekommen. Aber darauf komme ich später nochmal zurück.

ch zog mich immer mehr zurück für Unternehmungen war eh kein Geld da und wenn dann konnte ich mich dafür auch nicht so recht begeistern. Ich ging dann nur mit, um Marcel das nicht so spüren zu lassen. Eigentlich konnte er einem leidtun, denn ein Familienleben war das nicht so wie wir zu der Zeit lebten. Eine „schöne Kindheit“ sieht anders aus wenn schon die finanzielle Lage nicht so besonders gut ist, sollte man wenigstens seinen Kindern Liebe und Zuneigung geben. Aber selbst das blieb die meiste Zeit auf der Strecke, also „Vorzeigeeltern“ waren wir da ganz bestimmt nicht. Wenn ich mir heute eine Note geben müsste dann würde ich mir eine „vier minus“ geben, denn mehr war es einfach nicht. In Momenten wo ich über solche Dinge nachdachte, bekam ich Wut auf mich selbst. Traurigkeit kam dazu und das führte wiederum dazu dass ich trank.

 

Ich trank weil ich wütend war, aus Enttäuschung, aus Mitleid mit mir selbst und ich suchte immer häufiger nach einem „Schuldigen“ für diese Situation.

Denn ich, ich hatte doch alles „richtig“ gemacht … womit hatte ich das verdient??

Für mich war alles „Scheiße“ ich hatte keinen „Bock mehr“ und konnte mich über nichts mehr so richtig freuen. Das Leben machte keinen Sinn und Gedanken dem ganzen ein „Ende“ zu setzen kamen in mir hoch.

Ja, ich dachte ab und zu an „Selbstmord“ und daran wie ich es machen würde … einfach ins Auto setzen eine Flasche Wodka trinken, Fuß auf das Gaspedal und einfach geradeaus auf einen Baum zu … doch dann dachte ich an Marcel und daran wenn es mich nicht richtig erwischen würde, dann wären alle Probleme noch größer. Also schnell den Gedanken verdrängen und was trinken. Trinken um zu vergessen, trinken um nicht mehr in der Lage zu sein ins Auto zu steigen um vielleicht doch zu fahren. Moralisch hatte ich „the point off no return“ erreicht, nur körperlich war ich noch fit … ich funktionierte … so gut es unter Alkohol ging! Mein Leben spielte sich jetzt immer mehr im Haus ab, ich wurde zunehmend menschenscheu außer wenn ich genug getrunken hatte, dann wagte ich mich schon noch unters Volk. Selbst auf Sex hatte ich immer weniger Lust und wenn dann angetrunken, was dann dazu führte das Kerstin nicht wollte.

Es war ein Teufelskreis alles versuchte ich mit Alkohol zu lösen und immer häufiger trank ich bei der kleinsten Kleinigkeit. Ob ich gut drauf war oder schlecht ob fröhlich oder traurig, Alkohol wurde mein ständiger Begleiter“.

Ich legte Verstecke im Haus an. Kerstin sollte nicht bemerken wie viel ich trank. Aber verheimlichen konnte ich das auch nicht immer, sie bekam schon mit das ich trank und auch hier gab es zwischen uns immer häufiger Streit.

Ich bemühte mich so gut ich konnte mich mit dem trinken zurück zuhalten … ha, ha … alles Bullshit … ich trank nicht in ihrer Gegenwart aber heimlich im Keller, in der Garage, im Abstellraum oder ich fuhr zur Tankstelle. Ich fand Möglichkeiten genug um sie zu täuschen aber Alkohol trank ich genug.

Ich entwickelte immer mehr Taktiken dafür und bekam es hin Kerstin in den Glauben zu lassen das ich meinen Konsum deutlich verringert hatte und gegen drei bis vier Bier täglich hatte sie nichts einzuwenden. Ich musste darauf achten das ich nicht „auffällig“ wurde und manchmal hatte ich schon Schwierigkeiten mich „gerade“ zu halten. Aber ich war gut im Training und „die Leber wächst mit ihren Aufgaben“, ich hatte jetzt erreicht, dass meine Leber in der Lage war eine große Menge Alkohol „schnell“ abzubauen. Ich bzw. meine Leber hatte die Eigenschaft von … MEOS … entwickelt. Fast ein organisches „Wunder“. Mit MEOS kannst du mehr trinken als der „normale“ Mensch und das ganz wird auch noch schneller im Körper abgebaut!

Nur so lassen sich übrigens, hohe Promillewerte erklären, die jemand hat und trotzdem noch in der Lage ist ein Auto zu fahren. Mit MEOS hast du z.B. 3,0 ‰ und kannst noch Dinge tun wo andere im Koma liegen würden.

Und immer noch empfand ich mich nicht als Alkoholiker, nein ich hatte mir zwar hin und wieder mal Gedanken gemacht und mir vorgenommen weniger zu

trinken aber es blieb natürlich nur bei meinen guten Vorsätzen. Alkoholiker stehen morgens auf und müssen trinken weil sie auf Entzug sind oder zittern und so weit war ich noch nicht … noch! … nicht.

Freude, Trauer, Wut, Liebe, Hass alles trifft zusammen und dann stellst du fest wo du gerade bist, wer du gerade bist, ein Häufchen Elend nichts besseres zu tun als eine Flasche nach der anderen in dich hinein zu schütten und plötzlich wirst du „eifersüchtig“ auf Menschen denen es besser geht als dir.

Und auf deine Frau, was macht sie gerade wo treibt sie sich rum, sie ist unterwegs und müsste längst da sein. Bestimmt hat sie einen anderen, klar hat sie einen anderen! Du rufst sie an und natürlich geht sie nicht ans Handy.

Es kommt eins zum anderen und du trinkst und trinkst und bemerkst für einen Moment sogar das du Alkoholiker bist, bloß nicht darüber nachdenken schnell noch einen nehmen und dann tauchen wieder Gedanken an Selbstmordauf weil es doch eh keinen Sinn mehr hat. Und nur durch eine „Kleinigkeit“ wird es dann „verhindert“.

Das Telefon klingelt deine Frau ruft an und fragt was du wolltest, sie hatte ihr Handy im Auto vergessen und sei auf dem Rückweg von ihren Eltern nach Hause. – Alles wird gut – Sie geht nicht fremd und du hast keinen Grund mehr dich umzubringen und deine Stimmung wird wieder positiver … für einen Moment.

Und ich trank weiter, wieder mal einfach nur immer hinein mit dem Zeug „Kontrollverlust“ ganz klar, du trinkst dann einfach weiter und weiter und spielst Russisches Roulette. Denn eine Flasche, ein Gas mit dem was du trinkst egal ob Bier, Wein, Schnaps dein letztes sein könnte und du ganz einfach daran sterben könntest. Weil deine Promillegrenze weit überschritten ist, dein Herz das nicht mehr verkraftet, du ins Koma fällst aus dem du nicht mehr erwachst oder ganz einfach an deinem Erbrochenem erstickst. Aber wer hält dich vom trinken ab … keiner … weil du es nicht hören willst, kannst oder einfach ignorierst … du entscheidest selbst wann du „genug“ hast auf deine eigene Art und mit verdammt

viel Glück. Denn tödlich ist die Menge Alk die du trinkst oft gewesen bis dahin und wenn du es überlebt hast … mal wieder … hast du beim nächsten Mal keine Hemmungen dir den nächsten „Kontrollverlust“ anzutun, weil du es ja vorher nicht weißt dass du keine Kontrolle mehr hast.

Ich war jetzt in meiner alkoholischen „Hochphase“ angekommen. Alle Kriterien eines Abhängigen hatte ich erreicht, aber eine Einsicht hierfür hatte ich immer noch nicht.

Du wirst auch einfallsreicher was das Verstecken angeht oder die Möglichkeiten wie, wann und wo du dir den Alkohol „rein kippst“. Ich werde da mal einige Beispiele nennen was ich so für „Einfälle“ hatte. Gute Verstecke waren bei mir … der Geräteschuppen im Garten, die Hecke zum Nachbargrundstück, der Werkzeugkoffer, der Heizungsraum, der Kontrollschacht für die Abwasserleitung, der Reifenstappel in der Garage, die Innentasche einer Jacke im Kleiderschrank, hinter Bücher im Wohnzimmerschrank, unter der Eckbank in der Küche, hinter einer Dekoleiste vom Küchenschrank und, und, und.

Gute Gelegenheiten heimlich“ zu trinken waren bei mir … wenn Kerstin duschen ging, wenn die Heizungsanlage kontrElliert wurde, in der Küche beim kochen, im Garten, beim Werkzeug holen, in die Garage musste ich irgendwie immer mal, beim Kaminholz holen, beim Schnee schieben, beim Tanken fahren, wenn alle schliefen und wenn alle weg waren.

Du hast so viele Möglichkeiten um heimlich zu trinken, du musst nur gut „vorbereitet“ sein und „Depots“ angelegt haben um jederzeit „Zugriff“ zu haben.

Ich fing dann auch an Schnaps aus der Flasche zu trinken oder mischte mir z.B. Cola-Barcadi … du trinkst die 1,5 Liter Flasche Cola halb leer und füllst diese dann mit Barcadi auf. Allerdings wenn Kinder im Haus sind kann das schon wieder Stress gehen, also ließ ich das besser. Für mich war es dann einfacher die Flasche zu deponieren war ja eh nur für kurze Zeit, länger als zwei Tage stand so eine Flasche nicht im „Versteck“. Ich bekam es dann auch hin eine Flasche Bier ohne zu „klimpern“ aus der Kiste zu holen und diese ohne „zischen“ zu öffnen.

Aber es gibt auch „Rückschläge“ wo du dann doch mal auffällst. Auch hier ein paar Beispiele … die Bierflasche die du unauffällig holen und trinken konntest klappert beim zurück stellen in die Kiste, du hast gerade die Schnapsflasche an den Mund gesetzt da steht deine Frau hinter dir weil sie was vergessen hat um duschen zu können, das Wasser aber schon mal laufen lässt damit es warm ist, dein Kind findet beim Spielen im Garten eine Flasche und so weiter.

Die Gefahr entdeckt zu werden ist immer da und du wirst schon nervös wenn jemand in die Nähe deiner Depots etwas sucht und du greifst ein und fragst ob du helfen kannst … du machst dir den Stress selbst!!

Und es ist Stress, denn was ist wenn jemand den „Alk entdeckt und vernichtet“ ohne dir ein Wort zu sagen … nur Trinker wissen was dann in dir los ist. Du brauchst den Alkohol weißt das er dort ist und bist soo nah … und dann … nichts … weg … dein Puls rast, dein Herz schlägt schneller und du stehst kurz vor einem Schock. Nicht weil du entdeckt wurdest, das ist in dem Moment „Nebensache

aber der „Stoff“ ist weg und du „brauchst“ ihn. Deine Laune wird mies und dir fällt das nächste Versteck ein nur bist du nicht sicher ob da noch was ist, weil du nicht weißt wann du dort das letzte Mal etwas getrunken hast. Bevor du das ganze Haus absuchst findest du einen Grund um noch mal in die Stadt zu müssen, egal wohin, hauptsache du kommst schnell an Schnaps. Und bevor nochmal was schief geht trinkst du im Auto erst mal was um wieder „runter“ zu kommen, die zwei Minuten bis nach Hause hältst du nicht mehr aus … es ist so!! … das lässt sich non „normalen“ Menschen nicht nachvollziehen.

mm … das war dann für mich der erste negative Aspekt, denn „fahren“ wollte ich eigentlich nicht mehr. Die Gründe lagen auf der Hand, denn ich hatte inzwischen eine „Phobie“ entwickelt, so dass ich nicht in der Lage war durch eine Großstadt zu fahren ohne dabei „unglaubliche Ängste“ auszustehen. Mehrspurige Fahrbahnen in der City und das fahren auf der Autobahn, der „Horror“ für mich. Wir fuhren dann erst mal los und als Beifahrer litt ich Höllenqualen zumal unser Fahrer auch noch fuhr wie ein „Henker“.

Oh man, das konnte ja noch „heiter“ werden und bis jetzt fuhren wir nur über Landstraßen. Und es kam wie es kommen musste, nach einer Weile fuhr er dann auf die Autobahn … sofort bekam ich Pulsrasen, Herzklopfen, Schweißausbrüche mir wurde schlecht und er fuhr schön auf der linken Spur.

Er gab alles was der „Sprinter“ hergab und ich stand kurz vor einem Infarkt. Ich hatte eh schon hohen Blutdruck und dann kam der Stress dazu … die „Beta-Blocker“ hatten „Höchstleistung“ zu bringen!

Ich weiß nicht ob ein „gesunder“ Mensch das nachvollziehen kann was ich in diesem Moment durchmachte, es war die „Hölle“.

Ich saß da auf dem Beifahrersitz und wollte nur noch raus aus der Karre. Ich hatte einen Puls von ca. 180-200 Schlägen. Meine Atmung wurde kurz und schnell, mein Magen drehte sich vor Aufregung um. Der „Tod“ oder vielleicht eine „Flasche Schnaps“ hätten mich zur Ruhe bringen können, aber sooo wollte ich nicht sterben.

Es waren nur 20 km auf der Autobahn und das ganze „Szenario“ dauerte etwa 10-15 Minuten, für mich war das in diesem Moment eine Ewigkeit und lange hätte ich das nicht mehr ausgehalten. Nicht mit dem “Fahrer

Wir saßen dann so am Tisch und aus meiner innerlichen Wut heraus sagte ich dann: „das ist doch alles Scheiße, da haben wir einen so schönen Abend und nur wegen solch einer Diskussion wird der zerstört. Ich hab die Schnauze voll … Hajo ist genau wie ich, hat er was getrunken wird er agressiv und fängt das „stänkern“ an … ist echt Scheiße mit der „Sauferei“ … macht doch alles keinen Spaß mehr und es geht doch auch anders!“

 

„Dann hör doch einfach auf … PAPA!“ In diesem Moment war ich wie vom Blitz getroffen von den Füßen bis zum Kopf durchlief mich eine Hitzewelle … was waren das für Worte und von wem kamen sie??

Sie kamen von Marcel meinem 12 jährigen Sohn … für einen Moment Stille. Mit Tränen in den Augen und einem Kloß im Hals antwortete ich; „Ja Marcel du hast Recht, ich höre mit dem trinken auf … versprochen!“

Er nahm mich in den Arm und sagte: „Ich werde dich daran erinnern Papa, auch versprochen!“ Kerstin, Hajo, Heike und Benny hatten dieses „Versprechen“ mitbekommen und darauf wurde dann „angestoßen“. Was für ein „Bullshit“ , da besiegelten alle ein „Versprechen“ nicht mehr zu trinken … indem sie trinken!

Das waren ja gute Voraussetzungen!

Samstag früh der 7. Juni 2008 … der Tag der mein Leben verändern würde!

Ich stand um 5.00 Uhr auf denn um 6.00 Uhr sollte es losgehen. Kaffee, Toast … es ging nicht, ich war so aufgeregt und schon zum dritten Mal auf dem Klo gewesen. Kerstin hatte die Ruhe weg „wir brauchen keine zwei Stunden, ist doch nichts los auf der Autobahn so früh.“ Ach je, ich wollte mich nicht mehr aufregen und versuchte ruhig zu bleiben. So ruhig wie du sein kannst wenn du weißt was dir bevorsteht.

Endlich ging es los, kein Blick zurück einfach nur geradeaus Richtung Klinik. Im Auto wurde kein Wort gesprochen, ich war nur mit mir selbst beschäftigt. Ein Film lief vor meinen Augen ab, ein Film aus der Zeit als ich anfing zu trinken und nun war ich auf dem Weg in eine für mich ungewisse Zukunft …

… also ging ich diese Straße lang, diese Straße führte zu mir … noch ein paar Schritte und dann war ich da mit dem Schlüssel zu dieser Tür … Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer … Nicht mit vielen wirst du dir einig sein, doch das Leben bietet so viel mehr …

7.30 Uhr Ankunft in Hörstel, einem kleinen beschaulichen Ort im Münsterland. Um diese Zeit kein bzw. fast kein Mensch auf der Straße und am Ortseingang der Hinweis „Fachkrankenhaus für qualifizierte Entgiftung“.

etzt war es Zeit zu schlafen. Für Martin war das kein Thema, er drehte sich um und schlief, Tobias war noch zugedröhnt so das auch er weiter schlief. Nur ich kam nicht in den Schlaf. Alles Mögliche ging mir durch den Kopf, vor allem „fehltemir etwas … ich hatte kein Bier und lag im Bett und war „nüchtern“! Und das um diese Uhrzeit das „ging“ ja gar nicht. Das was sich jetzt in mir

abspielte war kein „körperlicher Entzug“ sondern ein „mentaler Entzug“. Mein Kopf war klar wie schon seit Jahren nicht mehr und ich wusste das ich bis gestern noch getrunken hatte und zwar … dann wann ich wollte … und jetzt nicht mehr? … nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen … NIE MEHR??! Eine „unmögliche“ Vorstellung.

Obwohl ich wach war kamen „Träume“, ich sah alles vor mir … die Küche, den Abstellraum, die Terrasse, den Keller, Bierflaschen, Schnapsflaschen, Bernie, den Biergarten, meine Freunde, meine Erlebnisse aus der Jugend und und und. Ich griff an die Seite wo bis gestern noch „meine Bierflasche“ gestanden hatte … aber ich griff ins Leere! Warum, wieso ist da nichts … schon leer? … habe ich mir nichts hingestellt? … komisch … muss mir was Neues holen … wo ist es denn, ich weiß genau das ich was geholt hatte es kann doch nicht alle sein … ach, Kerstin ist unterwegs und holt neues … das dauert aber auch schon wieder, wo bleibt sie nur … ich rufe sie an … wo ist mein Handy? … auch nicht da … das gibt’s doch gar nicht … ah es klingelt … bestimmt Bernie der hat immer Bier im Auto … komm rein und setz dich.

AAAHH …. HILFE … was ist das … hier ist keiner und ich sehe Sie alle!!!

DELIRIUM !??

Es lagen noch zwei Wochen Therapie vor mir und eigentlich wollte ich das durchziehen, doch in diesem Moment wollte ich einfach nur weg …. nach Hause denn mir reichte es. Nach dem Mittagessen ging ich auf mein Zimmer. Mittagsruhe war angesagt, da hatte ich jetzt überhaupt keinen Nerv drauf … mir ging so viel durch den Kopf. Rüdiger kam und bemerkte, dass ich mächtig aufgewühlt war und er fragte mich was denn los wäre.

Ich erzählte ihm, was ich am Vormittag „erlebt“ hatte und sagte auch dass ich die Schnauze voll hätte von der ganzen „Scheiße“ hier. Rüdiger beruhigte mich und meinte: „ Hey Ralf, du wirst doch jetzt nicht aufgeben nur weil deine Gruppen Mitglieder dir die Meinung gesagt haben. Morgen kommen die Neuen und die willst du dir doch nicht entgehen lassen. Außerdem wäre mit langweilig ohne dich, also du bleibst, fertig.“ Alles klar … Rüdiger hatte gesprochen und ja … er hatte Recht. Es wäre dumm von mir gewesen jetzt alles „hinzuschmeißen“.

Am Nachmittag bekamen wir von Schwester Beate unsere „Einweisung“ wie wir mit unseren „Neuaufnahmen“ umzugehen hätten. Auch sonst hatte sie die eine oder andere Aufgabe an uns zu vergeben. Dadurch dass eine Gruppe abreiste, mussten auch gewisse Aufgaben übernommen werden, die diese bislang gemacht hatten. Dazu gehörte die Betreuung der Cafeteria, der Schließdienst und das herrichten der Gruppenräume. Ich bekam dann die ehrenvolle Aufgabe für die nächsten zwei Wochen den „Schließdienst“ zu übernehmen.

Na toll! … das hieß für mich morgens vor den anderen aufzustehen und alle Türen im Haus aufzuschließen die für uns Patienten wichtig waren. Die Cafeteria, die Gruppenräume, Tür zum Hof, das Atrium und die Toiletten im Hof und abends wieder alle zu schließen. Morgens warteten die Raucher darauf das ich aufschloss und abends musste ich sie dann aus dem Atrium und vom Hof nach drinnen bitten, um abschließen zu können.

Mein Vorgänger wies mich ein und meinte, dass er froh wäre das nicht mehr tun zu müssen. Er war Nichtraucher und musste für die Raucher immer extra früher aufstehen. Das hasste er ebenso wie abends die dummen Sprüche wenn er die Leute rein schicken musste, er wünschte mir viel Spaß dabei.

Ich hatte also eine Aufgabe, dazu noch eine die eine gewisse Disziplin und Verantwortung erforderte und nicht zu vergessen „Ruhe“. Denn die dummen Sprüche morgens und abends von den anderen waren echt „nervig“. Also so

 

gesehen war es eine gute Übung für mich um gewissen Leuten zu zeigen, wer ich bin und wie ich bin.

Gegen Abend kam Uwe auf mich zu und sagte, dass keiner von ihnen etwas gegen mich hätte und das was sie gesagt hatten gesagt werden musste. Ich sollte also nicht denken, dass sie mich fertig machen wollten sondern dass sie mir nur helfen wollten. O.k. … Uwe hatte zumindest „Eier“ und kam auf mich zu, die anderen hielten sich zurück, zeigten aber auch keine Abneigung mir gegenüber. Ich denke sie hatten auch alles gesagt und für sie war es damit erledigt.

Für sie vielleicht, aber ich hatte noch zu antworten und auf diese Antwort hätten sie gerne verzichtet … das weiß ich heute.

Montag hatte ich dann meinen „Auftritt“. Ich war dran auf all das zu antworten was mir gesagt worden war. Ich hatte einen Klo&

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